Das 4-Teile-Prinzip: Warum es bei Kräutertropfen auf den Pflanzenteil ankommt

Das 4-Teile-Prinzip: Kraut, Blüte, Wurzel und Rinde – daneben die Wiesenblatt-Flasche

Kurz gesagt: Viele Kräutertropfen nennen auf dem Etikett nur Pflanzennamen. Das 4-Teile-Prinzip geht einen Schritt weiter: Für jede der vier Pflanzen im Wiesenblatt Flow-Komplex steht dabei, welcher Teil verwendet wird – Kraut, Blüte, Wurzel und Rinde – und wie viel davon in einem Milliliter steckt.

Was ist das 4-Teile-Prinzip?

Eine Pflanze besteht aus vielen Teilen: Blätter und Stängel, Blüten, Samen, Wurzeln, bei Gehölzen auch Rinde. In der Kräuterkunde wird von jeder Pflanze traditionell ein ganz bestimmter Teil genutzt. Beim Wiesenblatt Flow-Komplex sind das:

  • Kraut vom Klettenlabkraut (Galium aparine)
  • Blüte vom Rotklee (Trifolium pratense)
  • Wurzel der Stillingia (Stillingia sylvatica)
  • Rinde der Stachelesche (Zanthoxylum americanum)

Vier Pflanzen, vier verschiedene Pflanzenteile, eine Flasche. Diesen Ansatz nennen wir das 4-Teile-Prinzip: Kraut. Blüte. Wurzel. Rinde.

Warum der Pflanzenteil dazugehört

Blatt, Blüte, Wurzel und Rinde sind botanisch ganz unterschiedlich aufgebaut. Ein Blatt ist auf Licht und Photosynthese ausgelegt, eine Blüte auf Bestäubung, eine Wurzel auf Verankerung und Speicherung, eine Rinde auf Schutz. Entsprechend unterscheiden sich die Teile einer Pflanze auch in ihrer Zusammensetzung.

Deshalb ist „Rotklee“ allein noch keine vollständige Angabe. Erst mit dem Zusatz „Blüte“ weißt du, was genau in der Flasche ist. Das gilt für jede Pflanze in einer Rezeptur.

Vier Pflanzenteile und ihre Fachbegriffe: Kraut (Herba), Blüte (Flos), Wurzel (Radix), Rinde (Cortex)

Die vier Teile im Detail

1. Kraut (Herba) – Klettenlabkraut

Klettenlabkraut (Galium aparine) – verwendet wird das Kraut

Mit „Kraut“ sind in der Kräuterkunde die oberirdischen Teile einer Pflanze gemeint: Stängel, Blätter und oft auch Blüten. Gesammelt wird Kraut üblicherweise während der Wachstums- und Blütezeit.

Das Klettenlabkraut ist eine einjährige, rankende Wiesenpflanze aus Europa mit vierkantigem Stängel und quirlständigen Blättern. Seine winzigen Widerhäkchen lassen es an Kleidung hängen bleiben – daher auch der Name „Klebkraut“. Im Flow-Komplex: 85 mg pro ml.

2. Blüte (Flos) – Rotklee

Rotklee (Trifolium pratense) – verwendet wird die Blüte

Bei Blüten wird nur der Blütenstand verwendet, nicht die ganze Pflanze. Geerntet werden Blüten in der Regel, wenn sie voll geöffnet sind.

Der Rotklee ist auf fast jeder europäischen Sommerwiese zu Hause. Seine kugeligen, rosa bis purpurroten Blütenköpfe bestehen aus vielen kleinen Einzelblüten. Im Flow-Komplex: 65 mg pro ml.

3. Wurzel (Radix) – Stillingia

Stillingia (Stillingia sylvatica) – verwendet wird die Wurzel

Wurzeln sind der unterirdische Teil der Pflanze. In der Kräuterkunde werden sie traditionell meist im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ausgegraben, wenn die Pflanze oberirdisch ruht.

Die Stillingia, im Englischen „Queen’s Delight“, wächst auf sandigen Böden und in lichten Kiefernwäldern im Südosten der USA. Unter der Erde bildet sie eine kräftige, holzige Wurzel. Im Flow-Komplex: 50 mg pro ml.

4. Rinde (Cortex) – Stachelesche

Stachelesche (Zanthoxylum americanum) – verwendet wird die Rinde

Rinde ist die äußere Schutzschicht von Stamm und Zweigen bei Bäumen und Sträuchern. Traditionell wird sie häufig im Frühjahr gewonnen.

Die Stachelesche ist ein Strauch aus dem Osten Nordamerikas mit paarweise stehenden Stacheln und gefiederten, zitrusartig duftenden Blättern. Mit der echten Esche ist sie nicht verwandt – botanisch gehört sie zu den Rautengewächsen. Im Flow-Komplex: 40 mg pro ml.

So liest du ein Etikett

Etikett-Vergleich: nur Pflanzennamen gegenüber Angabe von Pflanze, Pflanzenteil und Menge pro ml

Wenn du Kräutertropfen vergleichst, helfen dir diese fünf Fragen:

  1. Steht bei jeder Pflanze der Teil dabei? Zum Beispiel „Rotklee (Blüte)“ statt nur „Rotklee“.
  2. Ist die Menge angegeben? Am besten pro Milliliter oder pro Tagesportion.
  3. Ist der lateinische Name genannt? Er macht eindeutig, welche Pflanzenart gemeint ist.
  4. Worauf basiert der Extrakt? Alkohol oder – wie bei Wiesenblatt – pflanzliches Glycerin und Wasser.
  5. Was steckt sonst noch drin? Auch weitere Zutaten gehören vollständig auf das Etikett.

Mehr Punkte für den Vergleich findest du in unserer Checkliste vor dem Kauf.

Die Deklaration auf einen Blick

Pflanze Pflanzenteil Pro 1 ml Extrakt
Klettenlabkraut (Galium aparine) Kraut 85 mg
Rotklee (Trifolium pratense) Blüte 65 mg
Stillingia (Stillingia sylvatica) Wurzel 50 mg
Stachelesche (Zanthoxylum americanum) Rinde 40 mg
Weitere Zutaten pflanzliches Glycerin, Wasser

Die vollständige Deklaration findest du auch auf der Flasche und auf der Formel-Seite.

Vom Pflanzenteil in die Flasche

Die vier Pflanzenteile werden in pflanzlichem Glycerin und Wasser ausgezogen – ohne Alkohol. So entsteht ein flüssiger Extrakt, den du mit der Pipette genau dosieren kannst: einmal täglich eine Pipette (2 ml), pur oder in einem Glas Wasser. Wie ein Glycerin-Extrakt funktioniert, erklären wir in Kräutertropfen ohne Alkohol. Mehr zu Herkunft und Aussehen der vier Pflanzen liest du im Pflanzen-Porträt.

Häufige Fragen

Was bedeutet „4-Teile-Prinzip“?

Von jeder der vier Pflanzen im Wiesenblatt Flow-Komplex wird ein bestimmter, in der Kräuterkunde traditionell genutzter Teil verwendet: das Kraut vom Klettenlabkraut, die Blüte vom Rotklee, die Wurzel der Stillingia und die Rinde der Stachelesche.

Ist das dasselbe wie eine Ganzpflanzen-Formel?

Nein. Bei einer Ganzpflanzen-Zubereitung wird die ganze Pflanze verwendet. Beim 4-Teile-Prinzip ist es umgekehrt: Von jeder Pflanze wird gezielt ein Teil genommen – und genau benannt.

Was heißen Herba, Flos, Radix und Cortex?

Das sind die lateinischen Fachbegriffe für Kraut, Blüte, Wurzel und Rinde. Auf Fachetiketten stehen sie oft hinter dem lateinischen Pflanzennamen, zum Beispiel Trifolii pratensis flos für die Blüte des Rotklees.

Wo finde ich die Mengen?

Auf der Flasche, auf der Produktseite und auf der Formel-Seite: 85 mg Kraut, 65 mg Blüte, 50 mg Wurzel und 40 mg Rinde pro Milliliter Extrakt.

Ist der Extrakt alkoholfrei?

Ja. Er basiert auf pflanzlichem Glycerin und Wasser, ist vegan und ohne zugesetzten Zucker.

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